Liebe Grüsse aus Java

Donnerstag, 9. August 2007

Entwarnung

javamap05

In der Nacht auf diesen Donnerstag hat wieder ein starkes Erdbeben Java erschüttert. Geschüttelt hat es mit Stärke 7,4 auf der Richterskala, zu spüren war das Beben auf der ganzen indonesischen Hauptinsel, und sogar in Bali und Lombok.
Das Epizentrum lag gemäss offiziellen Angaben 110 Kilometer vor der Hauptstadt Jakarta, in rund 280 Kilometer Tiefe unter dem Meer.

Auf ganz Java rannten Menschen angsterfüllt aus ihren Häusern auf die Strasse. In den Grossstädten Jakarta und Bandung wurden Hochhäuser vorsorglich evakuiert. Auch in Jogja brauchte es einen besonders tiefen, gesunden Schlaf um dieses stärkste und mit einer Minute Dauer längste Erdbeben seit der Katastrophe vom 27. Mai 2006 nicht zu bemerken.

Heute kann Entwarnung gegeben werden. Java kam diesmal mit dem Schrecken davon. Zwar gibt es Berichte von Schäden, aber nicht von Opfern. Wir schnaufen auf.

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Sonntag, 29. Juli 2007

Tempeh Goreng Karamel süss-pikant

Das Rezept

1 Block Tempeh,in kleine Streifen schneiden.
5 EL Kokosöl heiss werden lassen, Tempeh beigeben, knusprig backen oder frittieren, dann beiseite stellen (Oel auf Herd behalten!)
2 kleine Schalotten und mind. 2 Knoblauchzehen in dünne Scheibchen schneiden und im heissen Tempeh-Kokosöl ebenfalls knusprig backen oder frittieren und dann zu Tempeh geben und beiseite stellen.

Caramel:
Chili nach Bedarf (1-2 Stück) länges halbieren und eventuell (bei Abneigung gegen allzu viel Schärfe) entkernen, längs halbieren, Querstreifchen schneiden.
Palmzucker (Stück in der Grösse eines kleinen Pfirsichs) zerkleinern, zu den Chili in einen kl.einen Wok oder Pfanne geben. Anstelle von Palmzuker ev. 2-3 Esslöffel brauner Zucker.
Wenig Salz beigeben.
Wenig Wasser beigeben.
Alles zusammen einkochen, bis das Wasser verdampft und Caramel entstanden ist.

Caramel über die Tempeh giessen, gut vermischen und anrichten.

Tempeh Goreng Karamel kann warm oder kalt genossen werden.

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Sonntag, 29. Juli 2007

Abt. Was sölli hüt choche?

Es gab nur Dessert. Und zwar "Tempeh Goreng Karamel".

Tempeh1

Tempeh im Rohzustand

Tempeh sind fermentierte, zu Blöcken gepresste Soyabohnen und machen süchtig! Jedenfalls mich. Mein Kühlschrank mag leer sein. Tempeh hats immer!

Tempeh kann als Hauptgericht oder Beilage oder eben als Dessert, salzig, oder süss, mild oder scharf verwendet werden.

Das Rezept gibt's hier.

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Montag, 16. Juli 2007

Blick zurück

Ein Jahr und ein paar Wochen ist es her, seit wir hier auf Java Überlebenshilfe leisteten und Zelte, Hilfspakete und Werkzeuge an die Opfer des Erdbebens vom 27. Mai 2006 verteilten. Hin und wieder hielt auch jemand eine Kamera auf unsere Aktivitäten. Ich weiss, besonders aktuell sind die Bilder nicht mehr. Ich wollte sie euch dennoch nicht vorenthalten.

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Sonntag, 8. Juli 2007

Selamat datang, Ibu Susanne

SusanneLoosli_Blogsize

Wir haben eine zweite Delegierte in Jogja. Seit dem 1. Juli verstärkt Susanne Loosli unser Team. Während Charlotte Fehr seit Januar dieses Jahres die Bau- und Wasserprojekte leitet, ist Susanne neu für unser "Livelihood"-Programm zuständig, also für alle Projekte, die die Verbesserung der Lebensbedingungen der ärmsten Bevölkerungsteile im Erdbebengebiet zum Ziel haben. Dabei geht es in erster Linie um die Schaffung von (Erwerbs-)Arbeit und Einkommen.
Susanne ist aber keine Caritas-"Anfängerin". Vor ihrem Einsatz hier auf Java arbeitete sie als Delegierte von Caritas Schweiz in der Stadt Singkil, im Tsunamigebiet Aceh auf Sumatra. Susanne ist Ethnologin und spricht fliessend Indonesisch. Denn sie kennt das Land schon aus ihrer Studentinnenzeit, als sie hier Feldforschung betrieb.

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Samstag, 7. Juli 2007

Abgefeiert, die Bilder

Saengerinnen

Die Band war Jogja local.

Stormbeer
Das Bier aus Bali nebenan.

Deutsche

Es ist Reisezeit, also waren Deutsche da, ...

Irish

Iren, ...

Homeboys

aber auch Einheimische ...

Hilfswerker

und HilfswerkerInnen

Teguh

Teguh hinter der Theke machte auf böser Mann, ...

Romdi

was Romdi vom Serviceteam ungeheuer beeindruckte.

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Abgefeiert

Jazz2

Gestern wurde es spät. Es gab Jazz im ViaVia. Mehr Bilder hier.

Mitfeiern

Mittwoch, 4. Juli 2007

Heute in Pengkol, die Bilder

Maedchen1

Die Tochter des benachbarten Bauern war auf dem Weg zu ihren Ziegen. Auch auf Java sind zurzeit Schulferien.

Toolsnachschub

Es war einiges los an diesem Morgen. Neues Werkzeug wurde geliefert.

Ziegelnachschub

Eine Ladung Backsteine kam angefahren.

Damen

Die Frauen im Dorf beobachteten das Geschehen und kommentierten es.

Toeffjungs

Wo Action ist, sind auch coole Jungs.

Spielendekids

Und wer noch zu klein zum Coolsein ist, kreiert sich seine eigene Action.

HausAnbauLaden

Es läuft gut in Pengkol. Gegen 200 Wohnhäuser konnten in den letzten sechs Monaten wieder auf- respektive neu gebaut werden. Einige der Häuschen wurden, wie dieses hier, von den begünstigten Familien bereits auf eigene Initiative erweitert.

Poster_Charlotte

Unsere Bauchefin Charlotte ist mit Grund zufrieden und entspannt.

Baustelle07

Noch sind wir aber nicht fertig mit dem Wiederaufbau von Pengkol. Auf neuen Baustellen wird mit Hochdruck gearbeitet. Bis Ende Jahr sollen insgesamt rund fünfhundert durch das Beben vom Mai 2006 obdachlos gewordene Familien ein erdbebensicheres neues Dach über dem Kopf haben.

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Heute in Pengkol

Nach langen Wochen in der Schweiz wurde es Zeit für einen neuen Besuch in unserem Projektdorf Pengkol.

Besprechung

Bei meiner Ankunft war unser neuer Chefingenieur Bala (rechts) in einer Besprechung vor dem Baubüro.

Mehr Bilder hier.

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Sonntag, 27. Mai 2007

Das Baby vom Bauplatz

Vor einem Jahr bebte auf Java die Erde

MartoDinahUtomo
Marto und Dinah Utomo, Pengkol

27. Mai 2006

Indem er um halb sechs Uhr das Haus verliess um seine beiden Ziegen und die einzige Kuh der Familie zu melken und zu füttern, tat der Bauer Marto Utomo aus dem Dorf Pengkol im Bezirk Gunung Kidul Yogyakarta das, was er schon seit bald 60 Jahren jeden Morgen nach dem Gebet als Erstes erledigte. An diesem Morgen aber war Nichts wie sonst. Die Tiere wirkten unruhig, nicht nur seine eigenen, auch die beiden Büffel in der Koppel nebenan stapften mit ihren Hufen Löcher in das Wiesland, ihr unentwegtes Schnauben klang aufgeregt und bedrohlich; und aus dem Busch, der das indonesische Dorf fast vollständig umschloss, waren Schreie wilder Tiere zu hören, die längst von der Jagd zurück in ihren Höhlen sein sollten. Das kam Marto Utomo sonderbar vor.
Doch bevor er seine Gedanken ordnen konnte, verstummten die Tierstimmen plötzlich; die Luft begann zu vibrieren, dann die Erde. Heftig begann sich der Boden unter seinen Füssen zu bewegen. Von ihm weg, zu ihm hin. Dass das ein Erdbeben sein musste wusste Marto sofort. Erdbeben geschehen auf Java häufig. Meist sind es kleinere Erdstösse, die kaum Schaden anrichten. Die Menschen fürchten sich nicht vor ihnen.
Dieses Erdbeben aber war stärker als alle, die er zuvor erlebt hatte, und Marto war sofort klar, dass seine Familie, die im Haus war und wohl noch schlief, in Gefahr war.

Die Familie von Marto Utomo konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ihr Haus aus Backstein aber hatte keine Chance gegen die Gewalt der Natur und stürzte ein. Marto, seine Frau Dinah, ihr Sohn Haris, dessen Frau Tyas sowie deren dreijährige Tochter Jenny verloren von einer Minute auf die andere ihr Obdach. Zudem wurde eine der beiden Ziegen durch eine einstürzende Mauer getötet. Sie war trächtig gewesen. Ein schlimmer Verlust.
Erst Stunden später offenbarte sich Marto Utomo das wirkliche Ausmass der Katastrophe in seinem Dorf. Zwei Drittel aller Wohnhäuser, Ställe und Scheunen, die Schule, das Gemeindehaus, die Moschee, fast tausend Gebäude waren von dem Erdstoss zerstört worden; viele Dutzend Menschen durch Trümmer verletzt, drei Nachbarn erschlagen worden. Von dem Leid, welches das Erdbeben über Pengkol hinaus ins Land brachte - fünftausendachthundert Menschen starben, zehntausende wurden verletzt, dreihunderttausend Familien verloren ihr Obdach - erfuhr Marto Utomo erst nach und nach in den folgenden Tagen.

Wenige Stunden nach dem Beben auf Java liefen zwischen der Caritas Zentrale in Luzern und dem Feldbüro Meulaboh in Aceh, Sumatra die Drähte heiss. Aus Meulaboh koordiniert Caritas Schweiz die Hilfsprogramme für die indonesischen Opfer der Tsunamikatastrophe von 2004. Dass Caritas Schweiz nun auch den Erdbebenopfern auf der Nachbarinsel Java beistehen würde, war keine Frage.

27. Mai 2007

Pak Danang ist der verantwortliche Bauführer der einheimischen Hilfsorganisation „Pupuk“, die in Pengkol für Caritas Schweiz den Wiederaufbau von über vierhundert Wohnhäusern koordiniert und überwacht. Die Organisation hatte sich schon bei der Verteilung der Zelte, Nothilfepakete und Werkzeuge unmittelbar nach dem Erdbeben als verlässlicher Partner erwiesen. „Pupuk“ wurde Caritas damals von „Yel“, der Partnerorganisation für die Projekte in Aceh empfohlen und vermittelt.
Achtzig Häuser sind mittlerweile seit dem Baubeginn Mitte Januar in Pengkol erstellt worden. Marto Utomo und seine Frau Dinah gehörten zu den ersten, die in ihr neues Heim einziehen konnten. Achtzig Häuser in fünf Monaten, das ist eine gute Zwischenbilanz! Denn die architektonisch einfachen aber erdbebenresistent konstruierten Häuser werden nicht von Unternehmern, sondern von den Begünstigten und freiwilligen Helfern unter fachkundiger Anleitung selber gebaut. Die Bauzeit pro Haus beträgt rund drei Wochen, wenn es nicht regnet und der Materialnachschub klappt. Und doch, mit der einen Baustelle, an der Pak Danang auf seinen Inspektionsrunden nun schon zum dritten Mal vorbeikommt, ohne dass er einen Menschen bei der Arbeit sieht, scheint etwas nicht zu stimmen. Sand, Backsteine und anderes Material liegen bereit. Mit dem Aushub wurde begonnen, doch die Ruine des zerstörten alten Hauses steht noch immer da und versperrt den Bauplatz. Danang geht der Sache nach.
Der Grund ist winzig aber wichtig. Etwa fünf Kilo schwer, zwanzig Tage alt und manchmal ziemlich laut. Ein Baby! Ein Kind, das in der notdürftig mit Blachen geschützten, offensichtlich noch immer bewohnten Ruine vor drei Wochen zur Welt kam. Die Tradition auf Java will es, dass Kindern während ihren ersten fünfunddreissig Lebenstagen allerlei Zeremonien zuteil werden, an denen die gesamte Verwandtschaft, alle Freunde der Familie und die Nachbarn teilhaben. Das Geburtshaus des Kindes darf während dieser Zeit auf keinen Fall abgerissen werden. Die Bauarbeiten sind solange ausgesetzt. Das ist höhere Gewalt.

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